Führung

Betritt man den Innenraum der Christuskirche, so ist man zunächst von der Helligkeit überrascht. Sie geht zum einen auf die lichte und angenehme Farbgebung (Renovierung 1990) zurück, ist zum anderen aber auch eine Folge der großen bunten Kirchenfenster. In der Apsis hinter dem Altar befinden sich fünf Fenster, deren mittlere drei 1990 wieder freigelegt worden sind. Sie tragen die Wappen der Stifterfamilien. Das mittlere Fenster schmückt ein Bild des segnenden Christus mit Kelch in Medaillonform.

Gemeinsam mit den Christusmotiven in den großen Fenstern hat dieser segnende Christus zu dem Namen der Kirche angeregt. Diese fünf großen Fenster im Kirchenschiff zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Auf der Südseite sind drei Fenster mit „Geburt Christi", „Bergpredigt" und „Gethsemane". Die zwei Fenster an der Nordseite zeigen „Auferstehung" und „Himmelfahrt".

   

Die Rosette über dem Portal (innen über der Orgel) ist eine Stiftung des Malermeisters Schäfer in Tegernsee. In der Mitte sind die in sich verschlungenen griechischen Buchstaben A und O zu sehen (d.h.: Anfang und Ende der Welt liegen in Christus beschlossen, nach Offenbarung 1.8).

Alle Glasmalereien sind von der Hofglasmalerei Zettler (später Meyer'sche Hofglasmalerei, seit 1847 Mayer`sche Hofkunstanstalt) in München angefertigt worden. Der Name des Künstlers ist unbekannt.

Der Altar mit dem Altarbild geht auf einen Plan des Architekten Prof. Albert Schmidt zurück, des Erbauers der Kirche. Der Altar wurde nach einem Modell vom Bildhauer-Atelier Carl Fischer, München, in den Marmorwerken Kiefersfelden gefertigt. Das Altarbild ist in einen romanischen Rundbogen zwischen zwei korinthische Säulen eingefügt und stellt eine Kreuzigungsszene dar. Die Signatur lautet: „Nach E. v. Gebhardt kopiert von K. Söhn 1894". Vermutlich hat der Studie von Gebhardts ein altes Altarbild aus dem 16. Jahrhundert zugrunde gelegen, wie die Beschriftung über dem Kreuz Christi und über dem rechten Schacher erkennen lässt.

Unter dem Kreuz sind Maria und Johannes, Maria Magdalena, Bürger und Soldaten zu sehen. Altarkreuz und -leuchter sind vom Hofmarschall der Kaiserin, dem preußischen Oberzeremonienmeister von dem Knesebeck 1910 gestiftet worden.

Weiter fällt dem Besucher der Kirche sofort die Kanzel mit ihrem reichen Schnitzwerk ins Auge. Laut einem Vertrag vom 30.3.1894 übernimmt Bürgermeister Johann Lang in Oberammergau die Ausführung der holzgeschnitzten Kanzel und der „Sängertribüne" (= Orgelempore) nach den Plänen von Arch. A. Schmidt.

Unterhalb der Kanzel, vor der ersten Bankreihe des jetzt wie ursprünglich im Block aufgestellten Gestühls befindet sich der Taufstein. Er wurde 1896 von dem Bildhauer Adam Kleinschroth in Rothenburg o.T. gearbeitet. Um das Taufbecken ist das biblische Wort angebracht: "Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht denn solcher ist das Reich Gottes.“ Die silberne Taufschale, eine Stiftung von Baronin von Berekheim, besitzt als Innenprägung eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes und trägt die biblisches Inschrift: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden."

Rechts von der Kanzel, über dem Sakristeieingang, ist eine geschnitzte Gedenktafel angebracht. Sie wurde als Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges 1927 von Arch. Ludloff, Reitrain, entworfen und von der Tischlerei Ritzl, Tegernsee, gearbeitet.

  

Für die Toten des 2. Weltkriegs wurde eine schlichte Gedenktafel in der Kirche angebracht, mit dem wunderbaren Trostwort Offenbarung 21,4: "Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein noch Lied noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein denn das erste ist vergangen."

Das Gestühl, im gedämpften Graublau gestrichen, stammt aus der Tischlerei Alois Staudacher, Tegernsee. Die ursprüngliche Kessenbrock-Orgel musste wegen Baumängeln leider ausgetauscht werden. Dafür findet sich nun ein Werk der renommierten Orgelbaufirma Deininger und Renner Steinmeyer aus Oettingen im Ries (Opus 519).

Die Glocken schließlich wurden von der Glockengießerei Ulrich in Apolda/Thüringen gegossen. Der damalige Lehrer und „Chorregent" Zöpf legte Wert darauf, dass das Geläute im Klang mit dem der katholischen Pfarrkirche zusammenstimmt, so dass beide harmonieren.